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Jan 14

der Klopapiergedanke

Kürzlich auf der Toilette unseres Stammcafés fiel mir etwas Merkwürdiges auf – jedes einzelne Blatt Toilettenpapier schien ein Stückchen kürzer als sonst. Ich habe natürlich nicht nachgemessen oder so, aber ich hatte eine Idee. Jeder Deutsche verbraucht pro Jahr 15kg Klopapier (laut Greenpeace sogar 18kg, die Differenz nehme ich mal als Umweltpapier – sprich recycletes…), das entspricht 20 Tausend Blatt und ist rund 20% mehr als im EU-Durchschnitt (Quelle: Statista). Ein Blatt ist in der Regel 95 mm breit und zwischen 138 und 125 mm lang (Quelle: gutefrage.net).

Toiletpapier

Betrachten wir mal einen Durchschnittsbürger, der an sein Blatt vom Discounter in 130 mm Länge gewöhnt ist – würde ihm wohl auffallen, wenn das Blatt 3 mm kürzer wäre? Ich glaube nicht (warum mir das aufgefallen ist, lassen wir an dieser Stelle mal unberücksichtigt…).

3 mm mal 95 mm entspricht einer Fläche von 285 mm², was ca. 2% der Gesamtfläche ausmacht (ein ähnliches Ergebnis ließe sich durch 2 mm in der Breite erzielen – dies fiele aber eher auf – glaube ich). 2% des Jahresverbrauchs wären 300g – mal 80 Mio. Bundesbürger, macht 24t Ersparnis pro Jahr.

Das klingt erst mal sehr viel… Klopapier besteht aus Holz, Wasser und irgendwelchen Klebemitteln. In einem Forum (wieder gutefrage.net) habe ich eine Schätzung gefunden, wie viel Holz aus einem Baum gewonnen werden kann, wenn ich sämtliche Annahmen noch mal etwas verringere (Bäume sind ja auch nicht mehr das, was sie mal waren), erhalte ich immer noch über 5t pro Fichte (z.B.). [15m Höhe, 60cm Durchmesser, 850kg pro Festmeter, Formel zur Berechnung H*D/4*Pi]
In selbigem Post kann man nachlesen, dass Klopapier angeblich nur zu rund 5% aus Holz besteht, das kommt mir komisch vor… Beim Umweltinstitut habe ich gerade eine ganz andere Zahl gefunden … Zur Herstellung von 1 kg “Primärfaserpapier” braucht es angeblich nicht 50g, sondern 2-2,5 kg Holz…

Da ich kein Experte auf diesem Gebiet bin (Klopapier ist nicht gleich Standardpapier…), nehme ich mal einen Wert irgendwo in der Mitte – nämlich 100% und trotzdem – traurig aber wahr: man könnte also nur 5 oder 6 Bäume einsparen (lasst es bis zu 15 sein beim Faktor 2,5…) – ich hätte gedacht, dass das mehr ist… :o( Andererseits würde man natürlich auch ganz viel Wasser, Energie und auch von all den anderen Stoffen, u.a. Plastik zur Verpackung, einsparen können… und das Beste: die herstellenden Unternehmen könnten sich, unter der Annahme, dass wir die 2% Einsparung tatsächlich nicht merken, nicht beschweren und würden sogar ihr Ergebnis verbessern :o)